Kartoffel

Die Chemical Imaging Technology (CIT) bietet durch die Erfassung der chemischen Zusammensetzung des Produktstromes in industrietauglicher Echtzeit neue, bis dato ungeahnte Möglichkeiten zur Klassifizierung und Sortierung von Kartoffeln. Dadurch können Fremdstoffe mit deutlich besserer Sicherheit als durch visuelle optische Sortierverfahren detektiert werden, aber auch Unterschiede in der chemischen Struktur der Kartoffel erfasst und industriell nutzbar gemacht werden. Als Beispiel sei die Ausschleusung von Zuckerspitzen (Sugar Ends) in der Pommes Frites Verarbeitung durch den Sherlock Separator erwähnt.

Diese Anwendung ist weltweit einzigartig und patentrechtlich geschützt.

Die exakte Definition der Kartoffel über eine Vollspektralanalyse der CIT erlaubt es, einen neuen Benchmark in der Erkennung und Ausschleusung von Fremdkörpern im Markt zu setzen. Alles, was chemisch unterschiedlich zur Kartoffel ist, wird automatisch als Fremdkörper erkannt – unabhängig von Farbe, Form, Oberfläche und Dichte des Objektes. Probleme mit Golfbällen gehören der Vergangenheit an.

Die Peelscanfunktion komplettiert die Anwendung in Kartoffeln und erlaubt die exakte Steuerung des Dampfschälers. Dadurch wird einerseits die Qualität des Schälprozesses gesichert, andererseits aber auch die Ausbeute maximiert. Diese Funktion ist im Sherlock Separator integrierbar oder als eigenständige Lösung im Sherlock Observer erhältlich.

Die Königsdisziplin der Chemical Imaging Technology ist das quantitative Monitoring von Inhaltsstoffen der Kartoffel. Insbesondere Trockensubstanz und der Gehalt an reduzierenden Zuckern ist für die Prozesssteuerung von immenser Bedeutung. Entsprechende Funktionen sind in Ausarbeitung und können in Kürze als Upgrade angeboten werden.

 

 

Vorteile von CIT für die Kartoffelsotierung:

Zusammenfassung Funktionen:

Sichere Ausschleusung von allen Fremdstoffen, wie zB.:
  • Metall,
  • Steine,
  • Glas,
  • Papier/Karton,
  • Kunststoffe,
  • Maiskolben,
  • Knochen,
  • Golfbälle,
  • etc...

Ausschleusung von Produkteigenen Defekten:
  • Sugar Ends, Glossy Ends
  • Schalenreste,
  • faulige Stellen
  • Farbdefekte (zB. Grüne Kartoffel)
  • Schorf
  • Erwinia
Peelscanfunktion
  • Monitoring der Schalenreste zur effizenten Steuerung der Dampfschäler
Chemometrisches Monitoring (in Ausarbeitung)
  • Monitoring des Trockensubstanzgehaltes

 

 

Abb. 4  CIT - Liveview Bild mit Kartoffeln mit SE-Defekt rot umrandet und Kartoffel mit Schalenrest – blau umrandet.
 

Unter „sugar-Ends“, auch unter den Synonymen „translucent ends“, „jelly ends“ und „glassy ends“ bekannt, versteht man - vereinfacht ausgedrückt - eine durch diverse Umweltfaktoren hervorgerufene Anreicherung von Zuckern am Stammende von Kartoffeln welche verstärkt bei langknolligen Kartoffelsorten, wie z. B. der in der Pommes Frites-Herstellung oft genutzten „Russet Burbank“ und „Shepody“, auftritt. Die Erscheinung ist von großer ökonomischer Bedeutung, da die lokal akkumulierten reduzierenden Zucker, Fructose und Glucose bekanntlich mit Aminosäuren im Zuge der hitzeinduzierten Maillardreaktion braune Pigmente bilden, die stark erhitzte/zu erhitzende Produkte unverkäuflich machen können. Problem ist, dass die offensichtliche Bräunung erst unter Erhitzung, also beim Kunden oder bestenfalls in späten Prozessschritten im verarbeitenden Betrieb auftritt, womit derzeit viel Energie in die Produktion von Reklamationsware gesteckt wird.

 

Optisch ist dieser Defekt nur bei sehr starker Ausprägung sichtbar und konnte bisher nur von geschultem Personal von Hand sortiert werden.
Durch die CIT wurde dieses Problem großindustriell automatisiert gelöst.

Abb. 1 unfritierte Kartoffelhälfte und fritierte Stäbchen aus der gleichen Kartoffel mit dem SE-Defekt auf der rechten Seite



Abb. 2 Unfritierte Kartoffelhälfte rechts und dieselbe Kartoffelhälfte mit sichtbarem SE-Defekt (unteres Ende) in der CIT-Darstellung dahinter Abb 3. Kartoffelhälfte fritiert mit SE-Defekt unten